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  • Um Passau herum – Salzburg

    Verfasst von boris am 10.07.2011
    Super deo terraque

    Wenn man neu in einer Stadt ist, sollte man sich auch mal die Umgebung ansehen. Also Natur, Land und Leute. Dies wollte ich nun auch langsam mal in Angriff nehmen. Und so führte mich ein erster Wochenendtrip nach Salzburg. Der eine oder die andere mag den Namen vielleicht schon mal gehört haben: Es ist die Stadt, aus der die Mozartkugeln kommen. Da man solche Trips nicht alleine macht, ließ ich mich von einem hochgradigen Hochschulpolitiker begleiten. Lustigerweise war am ersten Abend auch die Auszählung der Studierendenparlamentswahl in Aachen, so dass wir ein Thema mehr zum besprechen hatten. An dieser Stelle möchte ich auch Billie danken: Ich kannte nämlich als erster von uns beiden die Ergebnisse, womit ich nicht gerechnet hätte. Der SPD-Anruf für meinen Begleiter kam ein paar Minuten nach meiner SMS.

    Aber auf nach Salzburg; eine wunderbare Stadt, in der man durchaus mehr Tage als nur ein Wochenende verbringen könnte. So gibt es sehr viele Museen, die sich zum Besuch lohnen, schöne Architektur und aus unerklärlichen Gründen kommt auch die Musik nicht zu kurz.


    Die Stadt ist durch einen klassizistischen Baustil (hoffentlich stimmt das) geprägt, der aber mit vielen, vor allem profanen Barockbauten durchzogen ist. Um dessen Schönheit zu betrachten, sollte man allerdings nicht nur die touristischen Routen durch das Herz der Altstadt Salzburgs respektive an der Salzach entlang nehmen, sondern auch einmal in die kleinen Gässchen, die etwas abseits liegen, gucken.

    Zu Besuchen war natürlich die Festung Hohensalzburg. Diese direkt über der Stadt thronende Festung, welche in ihren Grundfesten aus dem 11. Jahrhundert stammt, ist die größte, vollständig erhaltende Burg Mitteleuropas. Sie war Rückzug der Erzbischöfe Salzburgs und spiegelt damit vor allem ihre damalige Macht wieder. Gerade für den gemeinen Ingenieur ist es bei ihrer Betrachtung faszinierend, wie in vergangenen Zeiten auf einen Berg eine solche Burganlage errichtet werden konnte. Wenn auch diese Burg also absolut sehenswert ist, so war das Ausstellungskonzept manchmal fragwürdig: So waren in der Folterkammer einige nette Utensilien der peinlichen Befragung ausgestellt. Nur erfährt man dann allerdings auf einmal, dass es sich bei dem Raum gar nicht um eine solche Kammer handelt. Diese fehlende Authentizität zerstörte irgendwie viel der Atmosphäre. Auch hätte ich gerne mehr der Burg von innen begehen wollen, als an sich nur zwei Touren durch ihre Gemäuer machen zu können. Hier war das Konzept in der Marienburg, dem größten Backsteinburg und einer ehemaligen Deutschordensburg in Polen besser.

    Natürlich sollte man in Salzburg ebenfalls den barocken Dom betrachten. Grade auch, da es sich bei Salzburg um eine Städte der kirchlichen Macht handelte, was natürlich beeindruckende Döme begünstigt. Es lohnt sich aber auch, da dort aus irgendeinem Grund die Stücke aufgeführt werden, die man ein paar Wochen später selbst am 14. Juli im Passauer Dom singen will. So fand bei unserem ersten Dombesuch gerade ein Chorkonzert statt und es erklang unter anderem das Abendlied von Josef Gabriel Rheinberger, einem Komponisten, welcher romantische Stücke komponiert hat, die unglaublich gefühlsbetont sind und von einer außerordentlichen Dynamik leben. Komisch am Dom war allerdings, dass offensichtlich am Bau auch eine UFO-Sekte beteiligt war und eine absolut geschmacklose, kitschige Krypta im Keller des Domes versteckt hat.

    Am zweiten Tag wurde dann Schloss Hellbrunn besichtigt. Dieses Schloss gehörte ebenfalls den geistlichen Herrschern von Salzburg und wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Bekannt ist es vor allem für seine Wasserspiele aus der Spätrenaissance. So gibt es beregnete Grotten, speiende Skulpturen aber auch Speisetafeln, bei denen alle Gäste befeuchtet werden außer dem Fürstbischof. So wie diese Installation einen gewissen sadistischen Charakter hat – konnte der Fürstbischof doch bestimmen, wie lange seine Gäste im künstlichen Regen sitzen bleiben mussten – hatten auch wir unseren Spaß daran, dass es in der Führung bis zum Ende Gäste gab, die sich jedes Mal nassspritzen ließen, obwohl am feuchten Boden durchaus zu erkennen war, wo in etwa Installationen sein mussten.

    Alles in allem war es ein sehr lohnendes Wochenende, welches ruhig länger hätte sein können.

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