• Schlagwörter

  • Uni Köln gegen Studiengebühren für Ausländer/innen

    Verfasst von boris am 06.09.2017
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Schon unter dem Duo Rüttgerst/Pinkwart hatten CDU und FDP in NRW Studiengebühren Studienbeiträge eingeführt. Nun, nachdem diese zwischenzeitlich durch SPD und Grüne wieder abgeschafft worden, sollen sie gemäß den Koalitionsvereinbarungen unter dem Duo Laschet/Pfeiffer-Poensgen durch CDU und FDP wieder eingeführt werden. Um dabei den Gegenwind geringer als beim letzten Mal zu halten, sollen die Studiengebühren dieses Mal nach dem Baden-Württemberger-Vorbild nur für EU-Ausländer/innen gelten. Nun hat aber (zum Glück) eine erste Hochschule, die Universität zu Köln [1], diese Studiengebühren abgelehnt.

    Ein erster Kritikpunkt an solchen Ausländer/innen/-Studiengebühr​en, der auch durch die Uni Köln aufgeführt wird, ist, dass Hochschulen von einer internationalen Vernetzung profitieren. Bildung und Forschung leben vom Austausch. Je diverser dabei die Köpfe sind, desto diverser fallen in der Regel auch die Anstöße aus, aus denen neue Ideen entstehen können. Auch kann nur gelernt werden, wenn etwas oder jemand anders ist. So steht auch passend im Landeshochschulentwicklungspla​n NRW, dass „Internationale Erfahrungen […] die Persönlichkeit [bereichern], […] neue fachliche Perspektiven [vermitteln] und […] die berufliche Anschlussfähigkeit des Studiums [stärken].“ Daher wird auch im Rahmen des LHEP NRW eine „Willkommenskultur der Hochschulen für Studierende aus dem Ausland“ gefordert [2]. Folglich schreibt das Wissenschaftsministerium NRW daher auf seiner Homepage „Die Internationalisierung des Studienstandorts NRW ist ein wichtiger Beitrag zur Innovationskraft des Landes. Umso besser ist es, dass sich immer mehr ausländische Studierende für ein Studium an einer nordrhein-westfälischen Hochschule entscheiden.“ [3] Solch einer Internationalisierung stellen Ausländer/innen-Studiengebühre​n jedoch eine Schranke entgegen; schließlich wird der Zugang zum Studium für diese Studierendengruppe erschwert. Die Landesregierung unterminiert also ihre eigenen hochschulpolitischen Ziele.

    Auch verweist die Uni Köln darauf, dass „in Zeiten des Wiedererstarkens nationaler Egoismen und autoritärer Entwicklungen“ [1, 4] die Universität sich verpflichtet sehe „offenes Diskussionsforum und plurale Wirkungsstätte für Studierende aus aller Welt zu sein.“ [4] Ich denke aber, dass aber gerade dieser Punkt – zu Recht sollte man in Zeiten eines zunehmenden Rassismus ein entschiedenes Zeichen gegen diesen und für Völkerverständigung und Austausch setzen – jener gewesen sein wird, der CDU und FDP zu den Ausländer/innen/-Studiengebühr​en verleitet hat. So hatte die FDP auch schon in ihrem Wahlprogram angekündigt, Studiengebühren wieder einführen zu wollen. Nur hat man sich dann wohl in der Diskussion mit der CDU überlegt, bei der Einführung den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen: Nur eine Minderheit muss diese zahlen. Und dann auch noch eine Minderheit zu nehmen, der sowieso gerade der Wind entgegen weht, dürfte die Mehrheit nicht nur neutral gegenüber der Einführung stimmen sondern bei dieser gar Befürworter für Ausländer/innen-Studiengebühre​n schaffen.

    Ich hoffe daher, dass sich noch mehr Hochschulen aus NRW explizit gegen die neuen Studiengebühren positionieren und nicht nur den finanziellen Vorteil sehen. Ich hoffe es nicht nur, da Studiengebühren unsozial sind, sondern vor allem, da hier CDU und FDP meines Erachtens bewusst den zunehmenden Rassismus ausnutzen, um Studiengebühren einfacher wiedereinzuführen.

    [1] https://www.portal.uni-koeln.de/9015.html?&tx_news_pi1%5Bnews%5D=4678&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bc81977dbd3f893f04d863edab6a3220
    [2] Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 33 vom 18.11.2016, Seiten 899f
    [3] https://www.mkw.nrw/hochschule/hochschulen-in-nrw/internationales/
    [4] http://www.ksta.de/koeln/eu-auslaender-universitaet-koeln-lehnt-neue-studiengebuehren-ab-28363488

    « | »

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.