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  • Am Deutschen Wesen mag die Welt genesen – nicht schon wieder dieser Nationalchauvinismus

    Verfasst von boris am 16.04.2018
    Allgemeinpolitik

    Es gab ja schon einmal Zeiten, in der wir wussten, dass an unserem Wesen die Welt genesen mag. Der Spruch, der Zunächst für die Einigung Deutschlands zum Nationalstaat werben sollte, wurde später im Sinne dieses Nationalismus nach außen gekehrt und v. a. im Rahmen des ersten Weltkriegs gerne benutzt.

    Aktuell kehrt diese Gedankenwelt wieder verstärkt zurück. In der Zeit, in der v. a. CSU und AfD darum streiten, wer populistischer ist, wird gerade aus der bayrischen Ecke, aber gerne auch von anderen christlichen Politikern und Politikerinnen mal ein Spruch rausgehauen, wo anderen, am liebsten Menschen muslimischen Glaubens empfohlen wird, sich an uns zu orientieren.

    Oft wird aber vergessen, dass wir in Deutschland sicherlich kein Vorbild an Humanität, Gleichberechtigung, Antidiskriminierung sind oder einfach unsere jüngste (Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit den späten 90ern verboten; Frauen dürfen erst seit den 50ern Konten eröffnen und werden bis jetzt durch ihre Bank sprachlich nicht berücksichtigt) Geschichte vergessen.

    Zu diesem Thema, der fehlenden Vorbildfunktion, die hier suggeriert wird, hat Frank Stauss einen sehr treffenden Blog-Beitrag mit dem Titel „Hetze in Deutschland 4.0“ verfasst, den ich hier gerne Teilen will, da mir dieser wieder aufkeimende (National)Chauvinismus gehörig gegen den Strich geht. Dies mag sicherlich auch daran liegen, dass ich mich als Atheist regelmäßig von Christen wegen meiner fehlenden Religion beschimpfen lassen musste, dass meine Mutter öfter mal als Rabenmutter galt, da sie als Frau promoviert war und nicht schon beim zweiten Kind ihre Position in der Schulleitung aufgab oder mir nun auch in Bayern regelmäßig nahe gelegt wird, dass ich als Preuße nicht so genau weiß, wie man richtig lebt, geschweige denn eine vernünftige Bildung genossen hätte. Und hieran soll sich also orientiert werden, weil wir so viel besser sind? Echt jetzt?

    Und am schlimmsten ist, dass dieser Nationalchauvinismus andauernd verharmlost wird. Als Diskriminierter soll man sich doch nicht so haben, das sei doch nicht böse gemeint und vor allem sei es ja was anderes als im Osten, wo man ausländische Menschen offen nicht mögen würde. Ist doch alles gar nicht so schlimm.

    Nein, das eine führt zum anderen: Nationalchauvinismus säht den Keim, mit dem sich offen hetzen lässt.

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