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  • Wissenschaftscontrolling und Wissenschaftler/innen, die alle 5 Tage veröffentlichen können

    Verfasst von boris am 18.09.2018
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Vor einiger Zeit bin ich an dieser Stelle schon einmal auf das Phänomen der Noteninflation eingegangen: Unsere Studis werden gemäß ihrer Abschlussnoten immer besser (Wissenschaftsrat 2012). Dies dürfte aus meiner Sicht stark darauf zurückzuführen sein, dass der Fokus bei der Einstellung von Berufsanfänger/inne/n immer stärker auf den Noten und nicht auf qualitativen Kriterien wie dem Studieninhalt,… liegt. In Folge wird an dieser Stelle optimiert, Druck auf die Hochschule ausgeübt und so weiter. Analog ist es bei den Wissenschaftler/inne/n ebenfalls so, dass diese immer stärker controllt werden. Ein neolieberaler Staat will schließlich wissen, welche Wissenschaftler/innen (vermeintlich) forschungsstark sind, wozu ein Wissenschaftscontrolling eingeführt werden muss. Ziel ist es hierüber, diesen leistungsstarken Wissenschaftler/inne/n mehr Ressourcen zuzuweisen, als anderen. Dazu werden v. a. Veröffentlichungen aber auch Drittmittel, Ausgründungen und so fort gezählt. Mit einem Blick auf die Literatur des kritischen Accountings wird aber schnell offensichtlich, dass solch ein Controlling schnell problematisch wird: Betrachtete Subjekte richten sich rasch lediglich am Controllingmaß, nicht aber an den dahinterliegenden Zielen aus, um ihre Auszahlung zu optimieren (etwa Townley 1993).

    In der aktuellen Nature-Ausgabe wird eine leistungsorientierte Inflation anschaulich mit Bezug auf den Output von Wissenschaftler/nnen dargestellt, den Publikationen. weiterlesen…

    Uni Köln gegen Studiengebühren für Ausländer/innen

    Verfasst von boris am 06.09.2017
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Schon unter dem Duo Rüttgerst/Pinkwart hatten CDU und FDP in NRW Studiengebühren Studienbeiträge eingeführt. Nun, nachdem diese zwischenzeitlich durch SPD und Grüne wieder abgeschafft worden, sollen sie gemäß den Koalitionsvereinbarungen unter dem Duo Laschet/Pfeiffer-Poensgen durch CDU und FDP wieder eingeführt werden. Um dabei den Gegenwind geringer als beim letzten Mal zu halten, sollen die Studiengebühren dieses Mal nach dem Baden-Württemberger-Vorbild nur für EU-Ausländer/innen gelten. Nun hat aber (zum Glück) eine erste Hochschule, die Universität zu Köln [1], diese Studiengebühren abgelehnt. weiterlesen…

    Erstes Regionalforum des Thüringer Hochschuldialogs vollbracht

    Verfasst von boris am 06.04.2016
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Was macht man eigentlich, wenn man neun Jahre Hochschulpolitik als wissenschaftlicher Mitarbeiter und als Studierender auf den Buckel hat, man nach der Promotion das Gefühl hat, dass ein Leben für die Forschung nicht die Zukunft sein muss, aber einen dieses Hobby Hochschulpolitik irgendwie nicht los lässt? Genau: Man heuert als Referent im Wissenschaftsministerium (oder genau im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) an und organisiert den Thüringer Hochschuldialog mit. weiterlesen…

    Ist der Ruf erst ruiniert – Promotion in Bayreuth

    Verfasst von boris am 06.03.2016
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Im letzten Jahr wurde ich an der Universität Bayreuth promoviert und musste mich auch nach meiner ersten Stelle nach der Universität umschauen. Dabei hatte ich einige Vorstellungsgespräche zu absolvieren und ein Thema kam in Rahmen des Small-Talks überproportional oft vor: Guttenberg und seine Doktorarbeit. weiterlesen…

    Der Mythos der zu praxisfernen Bachelor-/ Masterausbildung

    Verfasst von boris am 23.04.2015
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Da beschwert sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) doch mal wieder über das Bachelor-/Mastersystem und dessen Absolvierende. Das an diesem System mit viel Engagement und in der Regel völlig zu Unrecht rumgemäkelt wird, ist bedauernswerterweise nichts Neues. Doch die aktuelle Kritik des DIHKs zeigt leider einmal wieder, dass auf Arbeitgeberseite einfach nicht verstanden wird, was dieses System soll und wie unsere Hochschullandschaft aufgebaut ist. Dass ich unter solchen Voraussetzungen mit den von mir eingestellten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen regelmäßig unzufrieden bin, ist dann aber auch nicht erstaunlich.

    Aber was wird aktuell konkret kritisiert? weiterlesen…

    ‘Fehler’ in der Wissenschaft als Vorbild für unsere Studis

    Verfasst von boris am 02.07.2014
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Ich hab mich mal wieder ein wenig weitergebildet, um ein noch besserer Dozent zu werden, als ich es ohnehin schon bin. Thema war die Kreativität und Selbständigkeit von Studis – also leider oft ein Ideal. Dabei ging es natürlich auch darum, dass wir als Dozenten den Studis ein Beispiel sein sollten. Da ich gerne diskutiere, fragte ich mich und die Gruppe irgendwann, ob wir nicht in der Forschung im Sinne der Vorbildfunktion viel falsch machen, weil wir dort keine ‘Fehler’ publizieren. Was meine ich damit? weiterlesen…

    Leseempfehlung zur Bewertung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen

    Verfasst von boris am 09.11.2013
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Nachdem ich mich auf diesem Blog schon ein paarmal (Der beginnende Tod des VHB-JOURQUAL?, Kreativität in der Forschung – ist sie gegeben?) mit dem Thema der Bewertung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, speziell dem Rankingwahn in den Wirtschaftswissenschaften, beschäftigt habe und ich durch direktes Feedback und die Suchanfragen auf diese Seite weiß, dass ich mit diesem Thema durchaus auf Interesse gestoßen bin, möchte ich hier einen sehr interessanten Blogeintrag von Stephan Schleim erwähnen, der sich ausführlich mit diesem Thema auseinander setzt: Nature: Sigmund Freud und Karl Marx beste Forscher aller Zeiten!

    Viel Spaß beim Lesen!

    Vergangenheit ade?

    Verfasst von boris am 16.04.2013
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Wie ist das eigentlich, wenn ich mal eine Meinung zum Thema Rechtsextremismus hatte, diese auch intensiv in politischen Diskussionen kundtat, mich dies aber später stören würde; sollte ich dann davon ausgehen, dass der politische Gegner nun darüber schweigt? Konkret gab es Ende Mai 2009 im Studierendenparlament der RWTH Aachen eine Diskussion über folgende Resolution der Grünen Hochschulgruppe (GHG) zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: weiterlesen…

    Was sollen eigentlich Unis vermitteln?

    Verfasst von boris am 26.03.2013
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Immer wiederkehrend kam in diesem Blog, aber auch gerade im Rahmen meiner hochschulpolitischen Laufbahn das Thema des Sinnes des universitären Studiums vor: Was soll eigentlich ein universitäres Studium vermitteln? Worauf soll es vorbereiten? Was sollten daher die Inhalte dieses Studiums sein? Ich stehe diesbezüglich fest auf dem Standpunkt, dass es in unserem Hochschulsystem einen funktionalen und damit ebenfalls inhaltlichen Unterschied zwischen den verschiedenen Hochschulformen gibt. Eine Fachhochschule hat berufspraktische Lehrziele, eine Universität wissenschaftliche. Dies finde ich, um hier keine Grundsatzdebatte anzuzetteln, alleine schon deshalb sinnvoll, da sich sonst für mich nicht erschließt, wozu es überhaupt verschiedene Hochschultypen gibt; wenn es keine funktionalen und inhaltlichen Unterschiede gäbe, bräuchte ich schließlich auch keine verschiedenen Hochschultypen vorhalten. Allerdings ist eine der größten Beschwerden am Bolognasystem, dass die neuen universitären Studiengänge nicht sinnvoll auf die Berufspraxis vorbereiten (haben es eigentlich die alten gemacht?). Dies schneidet sich allerdings mit dem Ausbildungsziel einer Universität: der Wissenschaft.

    Ein Musterbeispiel dieser Verkenntnis liefert gerade ein Artikel auf SPON, in welchem sich ein Gründer beschwert, dass er mit seinem VWL- und BWL-Master von der Uni Hannover inhaltlich wenig bei seiner Unternehmensgründung hätte anfangen können. weiterlesen…

    Der beginnende Tod des VHB-JOURQUAL?

    Verfasst von boris am 20.03.2013
    Hochschul- und Wissenschaftspolitik

    Ende Februar/ Anfang März tagte die Wissenschaftliche Kommission Organisation (WK Orga) des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) und beschloss nichts weniger als den Ausstieg aus dem JOURQUAL. Dies ist erwähnenswert, da dieses Ranking der Zeitschriften im Bereich Wirtschaftswissenschaften zurzeit DIE Grundlage für gefühlt alle Evaluationen von Forschern in diesem Bereich ist – mit den damit verbundenen Nachteilen. Daher erhoffe ich mir eine Steigerung der wissenschaftlichen Qualität, falls dieser Ausstieg tatsächlich in die Tat umgesetzt und gelebt wird.

    Doch erst einmal, was bedeutet dieser Beschluss? weiterlesen…

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