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  • Wie regele ich ein AKW-Moratorium so, dass ich dafür verklagt werde?

    Verfasst von boris am 05.02.2015
    Energie- und Rohstoffpolitik

    Wenn man den Berichten des WDRs, speziell des Magazins Monitor glauben darf, hat unsere letzte Bundesregierung oder einige ihrer Vertreter den großen vier in Deutschland tätigen Stromerzeugern fast eine Milliarden Euro für das AKW-Moratorium nach dem GAU in Fukushima zugeschanzt.

    Wie das? So deutet eine erste Meldung des Politikmagazins Monitor vom 15. Januar darauf hin, dass RWE 2011 das AKW Biblis wieder hätte anfahren können, dies aber unterlassen hat. Klagegegenstand ist aber die gesamte Zeit des Stillstandes. Wie klage ich also, dass ich ein AKW stillgelegt lasse, obwohl ich es wieder hätte anfahren können? Scheinbar, indem mir der Chef des Bundeskanzleramts und der Hessische Ministerpräsident sekundieren. weiterlesen…

    Unveröffentlicht – Wenn der Strom gebeamt werden muss und damit AKWs gesichert werden

    Verfasst von boris am 09.02.2014
    Energie- und Rohstoffpolitik

    In Deutschland und manchmal besonders in Bayern glaube ich im Moment einmal wieder ein grundsätzliches Problem in Bezug auf die Energiepolitik zu sehen. Elektrizität soll doch bitte zuverlässig aus der Steckdose kommen, die Erzeugung und der Transport des Stroms sollen jedoch bitte woanders erfolgen, aber nicht hier! Leider gibt es da aber die Thermodynamik, deren zweiter Hauptsatz fordert, dass sich (elektrische) Energie nicht einfach spontan (in der Steckdose) selbst erzeugt. Der nachgefragte Strom muss also erst erzeugt und dann i. d. R. von dem Ort der Erzeugung zum Kunden transportieren werden. Es besteht folglich ein Dilemma, wenn beide Forderungen (Strom steht zur Verfügung und Transport und Erzeugung fallen nicht auf) unter einen Hut gebracht werden sollen. Aber leider gehen viele Bürger davon aus, dass dies geht. weiterlesen…

    Greenpeace und die tödlichen Kohlekraftwerke

    Verfasst von boris am 14.04.2013
    Energie- und Rohstoffpolitik

    Letzte Woche hat Greenpeace eine Studie zu dem Thema veröffentlicht, wie tödlich unsere Kohlekraftwerke seien. Ich möchte nun weniger darauf eingehen, wie sinnvoll eine solche Studie ist und was ich von Kohlekraft halte – auf jeden Fall mehr als von Atomkraft –, sondern ich möchte an dieser Stelle auf methodische Probleme der Studie eingehen, die die Aussage durch eine absolute statt relativ auf die erzeugte Strommenge bezogene Betrachtung vollkommen verzerren.

    In der hier zu sehenden Grafik habe ich die nach Greenpeace sechs tödlichsten Braun- und Steinkohlekraftwerke aufgeführt, sowie die neue BOA-Anlage von RWE in Neurath. Da für die BOA keine ‚Todesrate‘ berechnet wurde, habe ich nun die Schwefeldioxidausstöße pro Jahr (Daten aus der Greenpeace-Studie) respektive pro Jahr und Megawatt Nettoleistung (Daten aus der Greenpeace-Studie und von der Bundesnetzagentur) aufgetragen.

    An dieser Stelle möchte ich mit meinen Hauptkritikpunkt ansetzen, der dafür sorgt, dass die ganze Studie aus meiner Sicht aus politischer Sicht nicht aussagekräftig ist: Greenpeace betrachtet die Werte nur absolut und nicht relativ pro erzeugter Leistung. Hierdurch werden natürlich Großstandorte wie im rheinischen Braunkohlerevier dreckiger, da dort an einem Standort durchaus 3 GW Strom erzeugt werden. An kleinen Standorten in dem Report werden aber nicht einmal 100 MW Strom erzeugt. Hier werden also von Greenpeace kleine Kraftwerke mit solchen, die eine 30mal größere Leistung haben, gleich gesetzt. Berechne ich nun aber diesen Größenfaktor mit ein, kann in der von mir erstellten Grafik auch gesehen werden, dass die Reihung der Standorte in der absoluten und relativen Betrachtung unterschiedlich ist. Auf diese Weise wird nun auch die Behauptung, im Rheinischen Braunkohlerevier (oder wie die Zeitungen im Gäuboden fälschlicherweise titelten, im Ruhrgebiet) stünden die tödlichsten Kraftwerke, zweifelhaft.

    Vor allem aber frage ich mich, was die politische Aussage sein soll? Baut mehr kleine Kraftwerke, dann sind die Standorte gesünder? Das kann es doch nicht sein. Ziel ist es doch, das Klima zu schonen! Also muss ich die Emissionen in Summe minimieren und nicht gleichmäßig verteilen.

    Im Rahmen weiterer Ungenauigkeiten sind in der Studie Kraftwerke enthalten, die inzwischen abgeschaltet sind, da sie durch modernere Kraftwerke, die ebenfalls in der Studie sind, ersetzt wurden. Dies betrifft zum Beispiel Blöcke des Kraftwerkstandortes Frimmersdorf, welche durch die neuen Neurather BOA-Anlagen ersetzt wurden.

    Weitere Schwachpunkte der Studie sind, dass einige Kraftwerke mit dem Primärbrennstoff Braun- oder Steinkohle befeuert werden, es aber Beifeuerungen von Erdgas, Klärschlamm, Müll, Tiermehl, Gruben- oder Gichtgas gibt, die aber nur in zwei Fällen erwähnt werden. Nun ist es erstens schwer zu sagen, welche Leistung auf welchen Brennstoff entfallen, gerade wenn mit Vorschaltturbinen gearbeitet wird, so dass alle Brennstoffe angegeben werden sollten. Zweitens muss auch gesehen werden, dass so eine Beifeuerung auch höhere Prozentwerte des insgesamt verwandten Brennstoffes darstellen kann. Sie sollte also auf jeden Fall erwähnt werden. Weiterhin kann sie sogar dem Umweltschutz dienen, wenn Brennstoffe benutzt werden, die selbst deutlicher klimaschädlicher sind, als das bei ihrer Verbrennung entstehende Kohlenstoffdioxid und dabei auch noch die Verfeuerung des Primärbrennstoffes in Teilen substituieren. Ein solcher Fall wäre Methan, welches 25mal klimaschädlicher als Kohlendioxid ist und als eigentliches Bei- oder Abfallprodukt in Form von Gruben- bzw. Gichtgas entweder genutzt oder aber in die Umwelt geleitet werden kann.

    Ein weiterer Schwachpunkt der Greenpeace-Studie ist, dass nicht betrachtet wird, dass an einigen Standorten im erheblichen Maße Prozess- oder Fernwärme ausgekoppelt wird.

    Ich finde, wenn eine solche Studie erstellt wird, sollten auf jeden Fall relative Werte betrachtet werden, um eine sinnvolle politische Aussage treffen zu können. Weiterhin sollten die Daten sauber und vor allem nachvollziehbar aufbereitet werden. Geschieht dies nicht, habe ich große Probleme, eine solche Studie ernst zu nehmen, auch wenn es natürlich ein extrem wichtiges Anliegen ist, darauf hinzuweisen, dass bei der Stromproduktion Schadstoffe entstehen und daher im Sinne des Umwelt- und Gesundheitsschutzes effizientere Kraftwerke her müssen (die BOAs zum Beispiel), der schrittweise Umstieg auf regenerative Energien weiter gehen muss, auch wenn er erst einmal Anlaufkosten mit sich bringt, aber vor allem Energie eingespart werden muss. Alle diese politischen Ziele kann ich nämlich auf Basis einer solch methodisch falschen Studie nicht erreichen.

    Energiesubventionen und die Rolle der erneuerbaren Energieträger

    Verfasst von boris am 30.01.2013
    Energie- und Rohstoffpolitik

    Da gerade mal wieder die angeblich viel zu hohen Subventionen für erneuerbare Energien in Deutschland durch die Medien geistern, denke ich, dass man kurz einmal ein Blick auf die Zahlen werfen sollte. Eine gute Quelle ist dabei immer wieder der World Energy Outlook der International Energy Agency. Warum? Ich finde, die IEA bringt gute und interessante Zahlen raus und man kann sie nicht verdächtigen, Vorreiter der erneuerbaren Energien zu sein, da ich die IEA eher als Freund der Kernenergie wahrnehme. Da ich keinen Sponsor habe, der mir den aktuellen World Energy Outlook finanziert, hab ich mir mal den WEO aus dem Jahre 2010 vorgenommen und dort mal nach Zahlen zu Energiesubventionen gesucht. Und siehe da, es gibt ein Ergebnis. weiterlesen…

    Warum ich Umweltschützer nicht immer verstehe

    Verfasst von boris am 29.07.2012
    Energie- und Rohstoffpolitik

    Ich denke, dass der Schutz der Umwelt und die Minimierung von Treibhausgasemissionen inzwischen ein Ziel ist, was von vielen Menschen akzeptiert ist und von einem geringen Teil, der bemerkt hat, dass dies nur mit einer Veränderung der Lebensweise geht, auch so in Teilen angegangen wird. Allerdings verstehe ich nicht wirklich, warum hierbei von einigen Umweltschützern eine Totalblockade gegen jedwede technische Entwicklung gefahren wird, die auf dem Weg zu einer CO2­­-freien Stromerzeugung helfen kann, und so tun, als ob wir sofort einfach alle alten Kraftwerke abschalten könnten und keine neuen mehr bräuchten.

    Dieses Wundern kam ganz konkret heute Mittag wieder auf, als ich lesen musste, dass sich Greenpeace über einen Entschluss zur Änderung der Regionalplanung am RWE Kraftwerk Niederaußem echauffiert. weiterlesen…

    Bayern und der Strom

    Verfasst von boris am 26.06.2012
    Energie- und Rohstoffpolitik

    Bekanntlich muss man sich im Süden unserer Republik momentan Gedanken machen, wo der Strom in der Zukunft herkommt. Vor dem Hintergrund des Atom-Moratoriums wurden in Bayern 0,9GW Bruttoleistung, in Baden-Württemberg 1,8GW und im südlichen Hessen 2,5GW Bruttoleistung stillgelegt. Zwei weitere bayrische AKWs sollen nach den aktuellen Planungen in den nächsten fünf Jahren (spätestens 2015 und 2017) stillgelegt werden. Folglich muss oder sollte überlegt werden, woher der Strom stattdessen kommen kann.

    Das wir, gerade der Süden Deutschlands, weniger Strom zur Verfügung haben, war in vielen Schreckensmeldungen in den Medien in diesem Winter zu lesen. Ob die Lage dann wirklich so schlimm ist, ist eine andere Frage, da Deutschland an sich immer noch tendenziell Strom exportieren kann und eher unsere westlichen Nachbarländer regelmäßige ernsthafte Versorgungsprobleme haben. Wie auch immer, wir haben Kraftwerke stillgelegt, wir wollen die Wirtschaftsleistung nicht herunterschrauben, den privaten Lebensstil nicht einschränken und ernsthaft Strom sparen will leider auch keiner. Also müssen wir die Erzeugungskapazität irgendwie ersetzten weiterlesen…

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